Meilensammler

30. Dezember 2009 // in der Kategorie Travel & Flying, Web // Ein Kommentar

Ich bin Meilensammler aus Leidenschaft, allerdings ist dieses Sammeln auch mit einem gewissen Zweck verbunden: Ich möchte möglichst komfortabel meinen Urlaub verbringen und dabei gemütlich reisen.

Mitglied bei Miles & More, dem Vielfliegerprogramm von Lufthansa bin ich schon seit fast 5 Jahren, meine erflogenen Meilen halten sich aber in Grenzen, ganze 14.277 Statusmeilen habe ich erst erreicht, damit auch keinen Status wie FTL (Frequent Traveller) oder SEN (Senator) erreicht, aber das strebe ich auch nicht an. Der Grund für die wenigen Statusmeilen trotz der bisher gemachten 58 Flüge seit Besitz der blauen Plastikkarte ist relativ einfach. Innereuropäisch bzw. innerdeutsch bin ich eine lange Zeit mit Germanwings geflogen, da diese auf meinen Hausstrecken CGN-LEJ bzw. CGN-DRS unschlagbar günstig waren. Mittlerweile steige ich innerdeutsch immer öfter in eine Maschine der Kranichairline ein, die Preise sind mit 89,- für einen Hin-und Rückflug sogar mittlerweile besser als die vom Billigflieger, zumal das Gepäck mit dabei ist und die Anbindung zum Flughafen Düsseldorf für mich günstiger ist als nach Köln. Leider gibts für die Lufthansa-Flüge immer nur 125 Statusmeilen je Segment in dieser günstigen Buchungsklasse, daher die magere Ausbeute meiner Statusmeilen.

Viel wichtiger für mich sind die Prämienmeilen, die nicht nach einem Kalenderjahr verfallen und die aufsummiert eine schöne Meilensumme ergeben. Diese Meilen tausche ich in einen Prämienflug bei Miles & More ein und kann Flüge mit allen Star Alliance Partnern durchführen. Hier muss man folgendes Bedenken: Meilen zu sammeln, um dann in der Economy-Class in die USA zu fliegen macht wirtschaftlich keinen Sinn, zumal zu einem Prämienflug (der nur den reinen Ticketpreis ersetzt) immer noch die Steuern und Gebühren der jewiligen Airline hinzukommen. In Zeiten, bei denen man mit 250,- EUR hin- und zurück nach New York inkl. Steuern und Gebühren kommt, wäre ein Meileneinsatz von 60.000 Meilen, die für die equivalente Strecke nötig sind, volle Verschwendung. Dies hat Paddy in seinem Blog neunzehn72.de richtig erkannt, eine Verarsche ist das aber noch lange nicht. Lufthansa kann es doch nur gut und Recht sein, wenn der Kunde seine teuer erflogenen Meilen für wirtschaftlich unsinnige Ziele ausgibt.

BoardingPassBusiness_smallWozu also Meilen sammeln?

Es gibt in meinen Augen nur 2 plausible Gründe:

1. Exotische Ziele innerhalb von Europa, die nicht direkt angeflogen werden können, Ukraine oder Weißrußland zum Beispiel, können schon Sinn machen (auch in Eco), da diese Ziele sehr oft relativ teuer sind. Für einen Meileneinsatz von 15.000 Meilen bei einer kurzfristigen Buchung von max. 2 Wochen ist dies kaum zu toppen.

2. Es muss nicht immer Eco sein. Am o.g. Beispiel nach New York ganz gut zu verdeutlichen. Ein Economy-Meilen-Flug macht wirtschaftlich keinen Sinn, betrachtet man allerdings einmal den Business Class bzw. First Class Faktor so scheint das ganze wieder in ganz anderen Licht. Der Preisunterschied zwischen einem bezahlten Economy und Business o. First Class Ticket ist immens, der Meileneinsatzunterschied kaum: gerade einmal 30.000 Meilen (50% Aufschlag) mehr für einen Business Class Flug nach Nordamerika macht das ganze attraktiv. Ein weiterer Faktor: Es sind Gabelflüge möglich. Während bei einer sehr günstigen Economy Verbindung meist der Start- und Zielflughafen bei Abflug und Ankunft identisch sind (DUS-JFK/JFK-DUS) kann man mit einem Meilenticket sehr schicke Verbindungen für einen Rundreiseurlaub zusammenbasteln. Der Startflughafen im Startland muss nicht mit dem Zielflughafen bei der Rückreise übereinstimmen, genausowenig im Zielland. Zusätzlich ist ein Stopover auf der gesamten Hin- und Rück-Strecke möglich. Dies erfordert eine gute Vorbereitung, da diese Konstellationen nicht online sondern nur über Telefon gebucht werden können. Mein diesjährigen Routing ist hierfür ein gutes Beispiel:

Hinflug: DUS-FRA (Lufthansa), FRA-BOS (Lufthansa) / Stopover 3 Tage / BOS-PHL (US Airways)

Rückflug: YYZ-LHR (Air Canada), LHR-FRA (Lufthansa), FRA-DUS (Lufthansa)

Alle Flüge in der Business Class (Air Canada und US Airways sogar First, da diese nur eine 2-Klassen Konfiguration geflogen sind), Lounge Zutritt inklusive mit Business Class Ticket und erhöhtes Freigepäck von 2x 32 kg p.P. (bei Air Canada sogar 3x 32 kg, auch nötig bei einer 3,5 wöchigen Rundreise).

Preis: 90.000 Meilen zzgl. Steuern und Gebühren oder 7.500 EUR (nachgerechnet über Expedia) p.P.

Nun die spannende Frage: Was kosten 90.000 Meilen und wie bekommt man diese? Ich habe für die 90.000 Meilen 254,66 EUR bezahlt. Hinzu kamen Steuern und Gebühren von 384,- EUR. Sind 638,66 EUR gegenüber ca. 7.500 EUR. Selbst einen bezahlten Economy Vergleich würde diese Verbindung stand halten, allerdings habe ich dies damals nicht überprüft.

Vorrausetzung für solche Verbindungen sind zum einen einen hohe Flexibilität, da es nur eine begrenzte Anzahl an verfügbaren Plätzen für Prämienbucher gibt, sind Samstag-Samstag Verbindungen relativ unwahrscheinlich. In meinem Fall war die Abreise Donnerstag, die Rückkehr an einem Montag. Zum anderen sollten die Prämienmeilen günstig „ersammelt“ werden.

Wie das funktioniert, werde ich in meinem Meilen-Jahresrückblick in ein paar Tagen darstellen.

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