Analoge Gehversuche

30. Juli 2012 // in der Kategorie Allgemein // Keine Kommentare

Naja, es ist jetzt nicht so, als ob ich noch nie analog fotografiert habe. Bis ich mir 2003 meine erste Digitalkamera, eine Fuji Finepix A303 kaufte, fotografierte ich und mein Umfeld natürlich nur analog, klar, denn digital war ja noch nicht so verbreitet. Allerdings habe ich mich damals noch nicht so sehr mit Fotografie beschäftigt – mehr als eine kleine Konica Kamera besaß ich nicht. Jemanden mit ner Spiegelreflex kannte ich nicht. Und doch war ich früher schon ein Nerd… auf Klassenfahrten war ich irgendwie der Einzige, der es schaffte mit einem 24er Film 20 Naturaufnahmen zu fotografieren und auf den restlichen 4 oder 5 Bildern, waren dann Menschen mit drauf. Ich hatte also damals nur noch nicht verstanden, dass ich mich mehr mit Fotografie auseinandersetzen sollte.

Worauf ich eigentlich hinauswollte: Ich kramte in einigen Schränken zuhause rum und fand ein Juwel, oder besser: eine Minolta Riva 35. Die Kamera meiner Frau. Ein Film, Kodak Farbwelt 100, war noch eingelegt und erst 2 oder 3 Bilder waren verknipst. Die Batterien sahen auch nicht mehr ganz gesund aus, aber sie funktionierten noch. Sogar der Blitz wurde geladen. Geil. Nunja, die Kamera lag mindestens 9 Jahre dort im Schrank, der Film hatte seine Haltbarkeit sicherlich überschritten, aber ich wollte es trotzdem ausprobieren und machte den Film in der Mittagspause in Köln-Merkenich voll.

Danach das Dilemma: Der Film spulte nicht automatisch zurück. Waren die Batterien doch zu schwach? Ich war ungeduldig und suchte mir ein dunkles Plätzchen im Schrank und machte die Kamera auf, um den Film von Hand in die Rolle reinzuspulen. Hat mich das angekotzt! Der Film war jetzt bestimmt erst recht im Eimer.

Um es herauszufinden habe ich ihn doch entwickeln lassen…

Tatsächlich ist es so, dass mich dieses Ungewisse wirklich an der Analogen Fotografie gereizt hat. Bringt der Film noch was, habe ich das Motiv richtig getroffen, wie ist die Bildqualität des Fotos…

Davon mal abgesehen, dass die Online-Auftragsverwaltung von Rossmann nicht das Gelbe vom Ei ist und ich einmal umsonst hingefahren bin, um dann festzustellen, dass die Entwicklung doch erst einen Tag später in die Filiale eintrudelt, war ich dann doch sehr gespannt, als ich die Fototasche aus dem Körbchen nahm. Aber im Bruchteil einer Sekunde schwante mir Böses – wieso ist diese Fototasche so verdammt dünn? Kurz bei anderen Taschen nachgeprüft, die offensichtlich ebenfalls Negativmaterial entwickelt lassen haben, ergab einen deutlichen Gewichts- und Füllunterschied. Scheiße!

Also bezahlt und dann reingeschaut. Naja ein schöner Index ist es ja, so reinweiß…

Auf den Negativen ist nichts, aber auch rein gar nichts zu sehen, ab und zu höchstens mal ein Anflug von einem Fleck.

Sehr schade, wirklich.

Vermutlich werde ich irgendwann noch mal einen Versuch starten, ich habe da noch so eine alte Konica mini, aber vorerst werde ich erstmal weiter digital fotografieren.

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