Erfahrungsbericht: Mein erstes Outdoor-Fotoshooting / #2 Das Shooting

06. Oktober 2014 // in der Kategorie How To's & Tutorials // 4 Kommentare

Dies ist ein Gastbeitrag von André Fuchs, Autor und Betreiber des Blogs „Koffer für Handgepäck“. Für seine Aktion „Koffertester gesucht“ sollte ein aussagekräftiges Foto gemacht werden. Den ersten Teil seines Erfahrungsberichtes könnt Ihr hier lesen.

Im zweiten Teil meines Erfahrungsberichts über mein erstes aufwendigeres Outdoorshooting mit gebuchtem Model berichte ich, wie unser Shooting abgelaufen ist, welche Ergebnisse wir erzielt haben und ziehe abschließend ein Fazit, wie ich mit dem Shooting insgesamt zufrieden war.

Ausrüstung

Die Bilder beim Shooting haben wir mit unserer Canon Eos 600D gemacht. Praktisch war an der Kamera für unser Shooting, dass sich die Ansicht durch den Sucher im Live View Modus auf dem dem schwenkbaren Display anschauen kann, weil, Christian bei dem Shooting viele Fotos von unten nach oben gemacht hat.

Als Objektiv haben wir während des Shooting ausschließlich das Canon EF 50mm, ein Objektiv mit fester Brennweite verwendet, dass wir uns spontan erst wenige Tage vor dem Shooting zugelegt hatten, damit das Model mit dem Koffer sich stärker vom Hintergrund absetzt und um den Hintergrund auf den Bilden unschärfer aussehen zu lassen.

Christian hat außerdem gefallen, dass er durch die feste Brennweite gezwungen wird sich als Fotograf mehr zu bewegen, was zur Folge hatte, dass er automatisch von einer Einstellung jeweils automatisch viele verschiedene Varianten gemacht hat.

Wir hatten an Ausrüstung ansonsten noch ein Reflektorschild dabei, den wir beim Shooting aber nicht benutzt haben, weil das Licht gleichmäßig auf Model und Koffer gefallen ist. Einzig der Diffusor ist zum Einsatz gekommen, als wir Bilder mit einem Handgepäckkoffer gemacht haben, der das Licht stark reflektiert hat.

Zusätzlich hatten wir beim Shooting einen Laptop dabei, um uns zwischendurch die gemachten Bilder anzuschauen, was wir aber wegen der knapp bemessenen Zeit erst nach dem Shooting gemacht haben. Im Nachhinein wäre es besser gewesen, wenn wir uns dafür die Zeit genommen hätten, weil wir dann schon während des Shootings gesehen hätten, wenn wir brauchbare Bilder von einer Einstellung gemacht haben und zu einer neuen Einstellung wechseln können. So hatten wir fast das ganze Shooting über nur Varianten einer Einstellung gemacht.

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Ablauf

Am Tag des Shootings musste ich glücklicherweise nicht arbeiten und konnte daher in Ruhe Sachen für das Shooting zusammenpacken und ein wenig Proviant einzupacken.

Am späten Abend, nachdem Christian Feierabend hatte, sind wir dann nach Essen zum Baldeney See gefahren, wo wir uns mit unserem Model verabredet hatten. Abgesehen von einem kurz Stau sind wir ohne Verzögerung angekommen und konnten wie geplant gegen halb sechs loslegen.

Erfreulicherweise war an diesem Tag trotz des guten Wetters relativ wenig los im Strandbad und an den Plätzen, die wir uns für unsere Einstellungen ausgesucht hatten, waren teilweise gar keine anderen Gäste. Das war vor allem für unser Model angenehm, weil es für ein Modell nicht so toll ist „mit Publikum“ zu posieren. In der letzten Stunde unseres Shootings hat sich dann leider die Abteilung einer Firma, die im Strandbad einen Firmenausflug gemacht hat, direkt neben den Platz gesetzt, wo wir Bilder gemacht haben.

Die ca. vier Stunden, in denen das Licht gut war, sind noch viel schneller vergangen, als wir im vor hinein gedacht hatten. In den ersten dreieinhalb Stunden haben wir nur eine einzige Einstellung fotografiert. Und zwar wie auf dem Bild zu sehen das Model mit dem Handgepäckkoffer vor den Surfbrettern, teilweise mit minimalen Änderungen im Posing, den Requisiten oder der Einstellung der Kamera, teilweise mit Variationen im Outfit. Dabei kam von den zahlreichen mitgebrachten Requisiten letztlich nur ein Bruchteil zum Einsatz.

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Wenn wir nochmal ein ähnliches Outdoorshooting machen würden, würden wir nach Möglichkeit schon ein bis zwei Stunden vor Einsetzen der optimalen Lichtverhältnisse mit dem Shooting beginnen. Die Zeit wäre hilfreich, um mit dem Model „warm“ zu werden und die geplanten Einstellungen nochmal durch zu gehen und würde den Start ins Shooting entspannter machen.

Erst in der letzten halbe Stunden des Shootings, als die Sonne kurz davor war unter zu gehen und unser Model erste Ermüdungserscheinungen gezeigt hat, haben wir die Einstellung geändert und damit einen Volltreffer gelandet. Auch wenn die Bilder in der ersten Einstellung gut geworden sind, sind die besten Fotos in der letzten halben Stunde entstanden.

Bei einem erneuten Shooting würden wir regelmäßig eine kurze Pause machen, um uns die gemachten Bilder am Laptop anzuschauen und ggf. die Einstellung zu wechseln, wenn wir mit den gemachten Aufnahmen zufrieden sind. Prinzipiell ist es auch sinnvoll ca. jede Stunde kurz für fünf bis zehn Minuten zu unterbrechen und dem Model Erholungspausen zu gönnen. Wir haben in den viereinhalb Stunden des Shootings insgesamt nur eine Pause von zehn bis fünfzehn Minuten gemacht, was auf jeden Fall zu wenig war.

Das Model

Mit unserem Model Felina haben wir viel Glück gehabt. Sie hat perfekte Posings fast ohne Anweisungen gemacht, die wir uns vorgestellt haben und diese auch sehr zuverlässig gehalten, so dass wir kaum „Ausschussware“ hatten. Hinzu kam, dass sie eigene Sachen mitgebracht hatte, die die gekauften Outfits ideal ergänzt haben.

Ein Model zu finden, dass nicht nur optisch für das geplante Shooting passt, sich aktiv einbringt und eine ähnliche Wellenlänge hat, ist Gold wert und war bei unserem einer der entscheidenen Faktoren dafür, dass wir wir mit den Bildern unseres ersten Shootings so zufrieden waren.

Wetter

Auch mit dem Wetter hatten wir viel Glück, es war das ganze Shooting über stabil und wir hatten durchgehend sehr gute Lichtverhältnisse, ohne eine einzige Wolke am Himmel.

Das man bei einem Outdoor-Fotoshooting auf passendes Wetter warten muss, macht es noch komplizierter einen Termin zu finden, wenn man selber berufstätig ist und man sich mit dem Model abstimmen muss. Das war auch einer der Gründe, warum wir uns entschieden haben keine Visagistin für das Shooting zu engagieren.

Resultat

Insgesamt ist das Shooting ziemlich ideal gelaufen und wir hatten unter den ca. 200 gemachten Bildern zahlreiche gute Fotos, die für die Pressemitteilung und das Kontaktformular auf meinem Blog geeignet waren und bei denen auch kaum Nachbearbeitung erforderlich war.

Da nach der Sichtung der Bilder direkt nach dem Shooting schnell klar war, dass ausreichend brauchbares Material dabei war, haben wir uns entschieden es bei dem einen Shooting zu belassen.

Trotz des späten Versands wurde die Pressemitteilung mit dem Bild von mehreren Medien aufgegriffen, z.B. auf der Webseite des Radiosenders jamfm oder auf dem Blog vom Studentenschnäppchenanbieter allmaxx.

Fazit

Insgesamt sind wir mit dem Verlauf und dem Ergebnis unserem ersten aufwendigeren Outdoor-Fotoshooting sehr zufrieden.

Dass wir die gesetzte Deadline nicht gehalten haben und dadurch den idealen Zeitpunkt für den Versand unserer Pressemitteilung versäumt haben, war der Tatsache geschuldet, dass uns die Erfahrung bei der Planung gefehlt hat und wir dadurch einige Umwege gegangen sind. Vor allem die Suche nach einem Model hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen.

Wir hätten große Lust nochmal ein aufwendigeres Outdoor-Fotoshooting zu machen. Auch wenn die Planung mit relativ viel Aufwand verbunden ist und es teilweise ein wenig nervenaufreibend ist, wenn man die verschiedenen Faktoren „Wetter“, „Model“ und „Verfügbarkeit der Location“ unter einen Hut bringen muss.

Das Resultat
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Das fertige Endergebnis

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Alternative 1

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Alternative 2

Trackbacks
Kommentare
  • Desiree sagt:

    Da hattet ihr wohl richtig glück mit allem. Das Wetter passte, das Model auch und wie ich sehe war auch die Location richtig cool. Die Bilder hier finde ich klasse!

  • Foto UNICO sagt:

    Wenn alles rundherum passt dann sollte ja auch nichts mehr schiefgehen!
    Die Ergebnisse sind auf jeden Fall richtig cool geworden!

    Grüße,
    Foto UNICO

  • Andreas sagt:

    Hallo Matze, ein Logbuch ist ein auf einer Website geführtes und damit meist öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal. So steht es in Wikipedia. Du hast es zusätzlich mit vielen tollen Bildern versehen. Du solltest wissen, dass ich dich über die Fotografie-Blog-Bühne gefunden habe. Ich würde mich sehr freuen, wenn du auch mal auf meinem Blog vorbei surfst und einen Kommentar abgibst. Zum Beispiel gibt es ein Announcement hinsichtlich eines neuen Fotoprojekts von https://paleica.wordpress.com und mir. Am kommenden Montag startet es. Vielleicht hast du ja Zeit und Lust, mit zu machen?! Bei den hier gezeigten guten Bildern von dir wärst du eine Bereicherung für das Projekt. Näheres unter: http://dschungelpinguin.com/montag-der-2-februar-2015/
    Ich freue mich schon heute, wieder von dir zu lesen. Immer gut Licht und ganz viel Ideen für weitere schöne Bilder! Beste Grüße, Andreas
    http://dschungelpinguin.com

  • Sofia sagt:

    Super Fotos, echt gelungen!!

    Liebe Grüße,

    Sofia

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