Erfahrungsbericht: Mein erstes Outdoor-Fotoshooting / #1 Die Vorbereitung

30. September 2014 // in der Kategorie How To's & Tutorials // 4 Kommentare

Dies ist ein Gastbeitrag von André Fuchs, Autor und Betreiber des Blogs „Koffer für Handgepäck“. Für seine Aktion „Koffertester gesucht“ sollte ein aussagekräftiges Foto gemacht werden. Von der Idee bis zur Verwirklichung hat es in allem ca. 2 Monate gedauert. André hatte mich auch schon einmal im Interview auf seinem Blog, als er mich fragte, wie ich meine Fotoausrüstung im Handgepäck transportiere.

Im Juli 2014 habe ich zusammen mit meinem Bekannten Christian, der für meinen Blog „Koffer für Handgepäck“ die Bilder und Fotos macht, das erste aufwendige Outdoor-Fotoshooting mit gebuchtem Model auf die Beine gestellt.

In diesem Beitrag gewähre ich einen Blick hinter die Kulissen. Im ersten Teil des Beitrags berichte ich über die Vorgeschichte und die Vorbereitungen, im zweiten Teil erzähle ich, wie das Shooting selbst von statten gegangen ist, wie zufrieden ich mit den Resultaten war und was ich das nächste Mal anders machen würde.

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Vorgeschichte

Seit Anfang 2013 betreibe ich den Blog „Koffer für Handgepäck“, auf dem ich Testberichte über Handgepäckkoffer veröffentliche und allgemeine Tipps zum Thema Handgepäck gebe. Auf dem Blog verwende ich ausschließlich selbst geschossene Fotos. Die Bilder macht Christian, ein Freund von mir, der mich fast von Anfang an bei meinem Blogprojekt unterstützt.

Mitte Mai 2014, ca. ein halbes Jahr nach dem Kauf unserer ersten Spiegelreflexkamera, hatte ich die Idee eine Aktion zu starten bei der ich Koffertester suche, die während Ihres Urlaubs Handgepäckkoffer für mich testen und dafür 150 Euro „Urlaubsgeld“ bekommen. Ziel der Aktion sollte es sein, neue Testberichte über Handgepäckkoffer für meinen Blog entstehen zu lassen und gleichzeitig meinen Blog ein wenig bekannter zu machen.

Ansprechen wollte ich mit der Aktion vor allem Studenten, weil viele Studenten gerne reisen, sie aber nur über ein begrenztes Budget verfügen. Bekannt machen wollte ich die Aktion durch eine Pressemitteilung, die ich an Onlinemedien für Studenten schicken würde.

Und für diese Pressemitteilung, brauchte ich ein passendes Motivbild, dass die Message der Aktion, „Als Koffertester wirst Du fürs Urlaub machen bezahlt“, auf den Punkt bringt. Als Deadline für das Bild setzte ich den 30. Juni 2014 fest, weil ich die Pressemitteilung ca. zwei Wochen vor Beginn der Sommersemesterferien am 18. Juli verschicken wollte.

Das Shooting würde unser erstes aufwendiges Outdoor-Shooting mit gebuchtem Modell werden. Bis dato hatten wir unsere Bilder ohne große Vorbereitung gemacht und ich hatte quasi selbst als Model vor der Kamera gestanden. Wie gehabt würde Christian die Bilder beim Shooting machen. Vorbereiten würden wir das Shooting gemeinsam, wobei ich mich schwerpunktmäßig um das administrative und Christian um fotospezifische Aspekte kümmern würde. Ich war also quasi Auftraggeber, Projektmanager und Fotoassistent in einer Person. Dementsprechend berichte ich schwerpunktmäßig über die organisatorischen und weniger um fototechnische Aspekte des Outdoor-Shootings.

Bildmotiv

Um das Motto der Aktion auf den Punkt zu bringen und damit die Zielgruppe sich angesprochen fühlt, sollte auf dem Bild sollte eine Studentin im Urlaubsoutfit zusammen mit einem Handgepäckkoffer zu sehen sein.

Location

Zuerst hatten wir die die Idee das Shooting am Flughafen zu machen. Nachdem wir uns am Flughafen Düsseldorf nach geeigneten Spots für ein Shooting umgesehen haben, haben wir diese Idee verworfen, weil wir gemerkt haben, dass an einem Flughafen kein Urlaubsfeeling aufkommt. Hinzu kam, dass fraglich gewesen wäre, ob wir für unser Shooting eine Genehmigung vom Flughafen bekommen hätten.

Daher haben wir uns überlegt das Bild vor einer Strandkulisse zu machen und das Model in einem Liegestuhl sitzend mit dem Handgepäckkoffer zu fotografieren. Nachdem wir uns mehrere Strandbäder in der näheren Umgebung von Bochum angeschaut hatten, haben wir uns entschieden, das Shooting am Seaside Beach am Baldeney See in Essen zu machen.

Seaside_Beach_Essen

Seaside Beach, Essen

Ausschlaggebend war, dass der Strand relativ weitläufig ist, was es einfacher macht einen Bildausschnitt ohne störende Elemente wie z.B. einen angrenzenden Wald und mit einer gewissen Tiefe hin zu bekommen. Gut gefallen hat uns auch, dass es einen Ständer mit Surfbrettern gab, der die Strandkulisse echter wirken ließ.

Auf telefonische Anfrage hin haben wir auch das OK vom Strandbad bekommen, dass wir das Shooting dort machen können.

Tipp: Wenn Ihr ein Outdoor-Shooting plant, würde ich Euch raten, Euch nicht prinzipiell davon abzuschrecken zu lassen, wenn Ihr für eine Location eine Genehmigung benötigt. Das OK für unser Shooting zu bekommen war absolut unproblematisch, eine Anruf hat genügt. Auch beim Flughafen Düsseldorf haben wir auf telefonische Anfrage hin nicht direkt eine Absage erhalten, sondern sollten eine offizielle Anfrage per Email stellen.

Modelsuche

Für unser Shooting wollten wir ein Model engagieren, dass nach Studentin aussieht und eine sympathische, authentische Ausstrahlung hat, damit sich unsere Zielgruppe „Studenten“ durch unser Foto angesprochen fühlt.

Daher habe ich zuerst ein Gesuch auf Facebook-Gruppen von mehreren Universitäten der näheren Umgebung gepostet. Modelportale haben wir bewusst gemieden, weil wir uns unsicher waren, ob wir dort passende Models finden würden und außerdem befürchteten an „schwarze Schafe“ mit unseriösen Geschäftsmethoden zu geraten.

Über die Facebook-Gruppen der Unis haben wir zwar eine ganze Reihe von Bewerbungen bekommen, allerdings war keine dabei, die uns wirklich überzeugt hat. Daher haben wir zusätzlich Gesuche auf Facebook-Gruppen für Modelgesuche/-angebote für unsere und angrenzende Regionen gepostet. Anhand der Bewerbungen wurde relativ schnell deutlich, dass die Model-Dichte im Ruhrgebiet ziemlich gering ist: Die meisten Bewerbungen bekamen wir aus Köln und Düsseldorf.

Allerdings waren auch bei den Bewerbungen keine Bewerberin dabei, das uns für unser Projekt wirklich geeignet erschien. Hinzu kam, dass wir mit dem Model einen zusätzlichen Termin zur Vorbesprechung und zum Kauf von passenden Outfits vereinbaren wollten, was bei den meisten Bewerberinnen wegen dem langen Anfahrtsweg mit einem hohen Aufwand verbunden gewesen wäre.

Daraufhin sind wir in einem Fotobuch auf die Seite model-kartei.de, einer elektronische Modelkartei gestoßen, auf der man kostenlos nach Models für Fotoshootings suchen kann.

Und auf model-kartei.de sind wir dann auch relativ schnell fündig geworden. In unserer Region gab es eine Handvoll Models, die uns gefallen haben, wobei Felina, mit der wir das Shooting letztlich auch gemacht haben direkt unsere Favoritin war. Nachdem sie uns Polaroids von sich geschickt hatte, war unsere Entscheidung gefallen, das Shooting mit ihr zu machen.

Wenn wir nochmal ein Shooting machen, für das wir ein Model benötigen, würden wir direkt zuerst auch bei model-kartei.de gucken. Einziges Manko der Seite ist aus unserer Sicht, dass es relativ viele „Karteileichen“ gibt. Immer wird auf den Profilen die durchschnittliche Reaktionszeit auf Anfragen angezeigt, so dass man Karteileichen relativ leicht identifizieren kann.

Tipp: Es erleichtert die Auswahl der Models, wenn man sich von potentialen Bewerbern/Bewerberinnen Polaroids schicken lässt, idealerweise in dem Outfit bzw. einem ähnlichen Outfit, indem man das Model später fotografieren möchte.

Insgesamt hat die Suche nach einem passenden Model etwa sechs Wochen, also bis Anfang Juli gedauert. Unsere ursprünglich gesetzte Deadline war damit schon hinfällig.

Vorbesprechung und Outfitkauf

Wir haben anschließend einen Termin mit dem Model vereinbart, um die Details des Shootings durchzusprechen und um mit ihr passende Outfits für das Shooting kaufen zu gehen.

Im Rahmen der Vorbesprechung haben wir dem Model im Detail erläutert was wir vorhaben und einen Modelvertrag mit Ihr abgeschlossen. Für den Modelvertrag haben wir einfach eine der kostenlosen Vorlagen aus dem Internet verwendet und ein wenig angepasst.

Danach sind wir in die Innenstadt gegangen, um zusammen mit dem Model nach passenden Outfits zu gucken. Da war es leider schon ca. 18 Uhr und uns blieben bis zum Schließen der Geschäfte um 20 Uhr nur zwei Stunden, was sich als sehr knapp erwiesen hat.

Hilfreich war allerdings, dass unser Model sich beim Aussuchen der Outfits sehr gut eingebracht hat und sie auch in etwa die gleichen Vorstellungen hatte wir. So haben wir trotz der knapp bemessenen Zeit ein paar Outfits gefunden, die gut zu ihr und unserem Bildmotiv gepasst haben.

Hier machte sich schon bezahlt gemacht, dass wir bei der Suche nach einem Model geduldig geblieben waren und trotz des Zeitdrucks kein Model ausgewählt hatten, von dem wir nicht wirklich überzeugt waren.

Requisitenkauf und Probeaufnahmen

Seit dem Beginn der Planungen, haben wir begonnen passende Requisiten für das Shooting zu kaufen, wie z.B. Gläser und Zutaten für einen Cocktail, den das Model in der Hand halten würde. Zahlreiche Standutensilien, wie Frisbees, ein Beachtennis-Set, eine Bastmatte, ein Strandtuch und mehrere Handgepäckkoffer.

Zusätzlich sind wir schon kurz vor dem Vorbereitungsgespräch mit dem Model nochmal alleine zur Location gefahren, um zu gucken, wann das Licht zum Fotografieren am besten ist und um konkrete Einstellungen für das Shooting festzulegen, Probeaufnahmen zu machen und die manuellen Einstellungen der Kamera zu testen.

Dabei hat sich herausgestellt, dass das Licht am späten Nachmittag bis frühen Abend am besten ist, wenn die Sonne nicht mehr so hoch steht und wir für das Shooting ungefähr ein Zeitfenster von vier Stunden zur Verfügung haben würden. Die Probeaufnahmen haben wir mit mir als „Ersatzmodel“ in „normaler“ Kleidung gemacht. Sie haben bei uns ernste Zweifel ausgelöst, ob unsere Idee funktioniert, weil die Probeaufnahmen überhaupt kein Urlaubsfeeling versprüht haben. Im Nachhinein hat sich zum Glück herausgestellt, dass es am fehlenden Urlaubsoutfit gelegen hat ;).

Warten auf perfektes Wetter

Jetzt waren die Vorbereitungen abgeschlossen und wir mussten nur noch auf einen sonnigen Tag warten. Oder besser: Einem sonnigen Tag, an dem alle Beteiligten Zeit haben, was schwierig war, weil Christian und ich das Ganze das Shooting neben unseren normalen Jobs auf die Beine gestellt haben. Erschwert wurde die Terminfindung dadurch, dass der Wetterbericht erst ein bis zwei Tage halbwegs zuverlässig ist und es erst einen Tag im voraus Sinn macht einen Termin für das Shooting festzulegen.

Obwohl unsere Deadline schon gebrochen war, haben Christian und ich uns darauf verständigt, wegen dem Aufwand, den wir im Vorfeld betrieben hatten, auf einen laut Wetterbericht perfekten Tag zu warten.

Nach zwei Wochen warten war es dann endlich soweit: Im Wetterbericht wurde für zwei aufeinanderfolgende Tage an dem wir und unser Model Zeit hatten, klarer Himmel, Sonnenschein und 0% Regenwahrscheinlichkeit vorausgesagt. Wir entschieden uns das Shooting am ersten der beiden Tage durchzuführen, um am zweiten Tag die Option für ein zweites Shooting zu haben, wenn etwas schief gehen oder das Wetter uns im Stich lassen sollte.

Leider lag der ausgewählte Tag auf einen Donnerstag, was für Christian bedeutete, dass er das Shooting direkt nach einem kompletten Arbeitstag machen würde. Wir wollten allerdings nicht weiter auf gutes Wetter an einem Wochenendtag warten.

Trackbacks
Kommentare
  • Benjamin sagt:

    Danke dir für die Einblicke! Mit dem Wetter hats ja scheinbar dann auch geklappt… 😀

    Werde vieles davon in meinem YT-Channel umsetzen können.

  • Andre sagt:

    Der Blog ist schon älter, hat aber nichts an seiner Aktualität verloren. Ganz im Gegenteil, das Wetter kann man so und so nicht beeinflussen 😉 so wird das Outdoor-Shooting zur Zitterparty. Cool gemacht .

  • jens sagt:

    „Wenn Ihr ein Outdoor-Shooting plant, würde ich Euch raten, Euch nicht prinzipiell davon abzuschrecken zu lassen, wenn Ihr für eine Location eine Genehmigung benötigt…“

    Da hast du vollkommen Recht, hier macht man sich viel zu viele Gedanken anstatt einfach mal zu fragen 🙂

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