Lightroom Mobile – (M)ein erstes Fazit

16. April 2014 // in der Kategorie Software & Apps // Keine Kommentare

Seit gut einer Woche gibt es nun  – die App von Adobe für das iPad. Die Gerüchteküche brodelte bereits schon sehr viel länger über ein Lightroom für das Tablet und die Anforderungen und Wünsche der User sind dementsprechend hoch.

Ich habe Lightroom Mobile einmal angetestet und verrate Euch, warum es nichts für mich ist.

Dass eine erste öffentliche Version einer App nicht vollständig sein kann, dürfte klar sein, erstrecht nicht, wenn der große Desktop-Bruder schon in der 5. Generation mit einer Fülle an Features und Werkzeugen die Fotografen auf dieser Welt unterstützt.

Lightroom Mobile richtet sich vor allem an die Fotografen, die viel unterwegs sind und dabei in die Möglichkeit finden, „on the go“ ihre geschossenen Fotos zu sichten und einer ersten Bearbeitung zu unterziehen.

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Ich finde die Idee im Grundsatz eigentlich ganz gut, ich finde sie nur etwas unzureichend umgesetzt.

Adobe setzt auf Ihr Creative Cloud Abo-System, was nicht wirklich überrascht. Das bedeuted, dass man nach dem Testzeitraum von einem Monat zwingend Adobe CC Abonnement sein muss, um Adobe Lightroom Mobile weiter nutzen zu können. Das wäre zum Beispiel mit dem Adobe Fotografie Programm 12,29 EUR pro Monat, miteinbegriffen ist eine Lightroom Desktop-Lizenz und eine Photoshop CC Lizenz, und eben auch Lightroom Mobile. Ich bin kein Nutzer der Adobe CC und werde es vorerst auch nicht werden. Ich nutze Adobe Lightroom mit der sogenannten boxed Lizenz, also die Kaufversion, die es unter anderem bei amazon zu kaufen gibt. Hiermit gibt es keine Einschränkungen für den Einsatz von Lightroom Mobile.

Ihr meldet Euch mit Eurer Adobe-ID in beiden Lightroom Programmen an (für die Desktop Version benötigt Ihr mindestens Lightroom 5.4) und schon können Fotos aus eine Sammlung synchronisiert werden.

Und hier ist auch schon mein erster Wermutstropfen. Die Fotos werden über die Adobe Creative Cloud gesynct – es gibt keine Möglichkeit eines direkten ad hoc Wifi-Sync’s, der ja meist viel schneller ist, als über das Internet. Zwar werden nur die Smart Previews zum synchronisieren genutzt und nicht die nativen RAW-Dateien, aber bei meiner schmalen Internetleitung mit einem Upload von 0,5 MBit ist das Ganze kein Spaß. Leider geht’s bei mir zuhause nicht schneller.

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Das bedeutet für eine erste Sichtung der Bilder auf dem iPad folgende Reihenfolge: Fotos in Lightroom am Rechner importieren, ggf. Sammlung anlegen oder in eine bestehende Sammlung die Bilder ablegen, Upload abwarten. Bei einer langsamen Internetleitung und einer Masse an Fotos also kein schnelles Vergnügen. Es ist damit in meinen Augen auch überhaupt nicht für ein Tethered Shooting geeignet, da es einfach wirklich zu langsam ist.

Lightroom User mit mehreren Katalogen werden auch keine Freude mit Lightroom Mobile haben, da derzeit nur mit einem Katalog gearbeitet werden kann. Schaltet man die Synchronisation mit einem anderen Katalog ein, so wird dies in dem bisherigen Katalog deaktiviert.

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Und die Bearbeitungsmöglichkeiten? Nunja, es gibt schon einiges, was Lightroom hergibt, aber eben noch nicht alles. Den Grundbedürfnisse, wie z. B. Belichtung, Weißabgleich, Tiefen, Lichter, Kontrast, Klarheit, Weiß, Dynamik und Sättigung sind vorhanden. Was mir fehlt sind die Einstellungen für das Schärfen, Farbveränderungen, sowie manuelle Möglichkeiten bei Tönung oder Vignettierung. Hier gibt es nur Presets, die die kompletten Einstellungen wieder überschreiben, mit den Presets in der Desktop-Version aber nicht viel gemein haben. Das ist eindeutig zu wenig.

Sobald Änderungen am Bild vorgenommen werden, werden diese auch sofort in die Cloud und damit auch in den Lightroom Katalog zurücksynchronisiert. Das klappt vorbildlich. Wenn auch nicht die einzelnen Protokollschritte synchronisiert werden, sondern nur das Bearbeitungspaket als Ganzes. Was mir auch gefällt ist das schnelle Markieren mit der Flagge als Wischgeste.

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Von der Performance kann sich das große Lightroom gerne etwas vom kleinen Bruder abschauen, denn die ist überaus flott.

Was natürlich fehlt sind Bearbeitungsmöglichkeiten, die sich auf den Reparaturpinsel, beziehungsweise auf das normale Pinselwerkzeug beziehen.

Die jetzige Version ist meiner Meinung nach ein guter Anfang, allerdings nicht für Portraitfotografie zu gebrauchen. Zu viele fehlende Werkzeuge machen hier den Einsatz vom großen Bruder unentbehrlich. Ich kann es mir vor allem für Architektur- und Landschaftsfotografie vorstellen.

Ich denke Adobe ist mit dem mobilen Lightroom auf einem guten Weg und wird nach und nach neue und bestehende Features aus der Desktop Welt mit integrieren. Das ist nur blöd für die User, die jetzt vom Start weg Lightroom Mobile testen und später keine Möglichkeit haben, eine verbesserte Version aufgrund der Adobe CC-Abo Bindung erneut in Augenschein zu nehmen.

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